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2017

   

Ausbildung + Sport  

   

„Die machen das schon unter sich aus!“

- nicht sozialisiert, sondern traumatisiert -

 

Jedem neuen Hundebesitzer erklärt alle Welt, dass sein Hund möglichst viel und intensiv Kontakt zu Artgenossen erhalten muss. Damit soll eine gute Sozialisation erreicht werden. Dazu besucht der Hundebesitzer dann die Welpenspielstunden in Hundeschulen oder er geht auf den bekannten Hunderouten spazieren, um möglichst vielen Hunden zu begegnen. Eine gute Sozialisation ist tatsächlich nie abgeschlossen, weswegen dem Hund sein Leben lang der Kontakt zu Artgenossen verschafft werden muss. Man kann sich also nicht auf den, im Welpenalter erworbenen Lorbeeren ausruhen. Es ist ja sogar im Tierschutzgesetz verankert, dass jedem Hund täglich der Kontakt zu Artgenossen ermöglicht werden soll.

Hundeauslaufwiesen sind vielerorts eingerichtet, damit zahlreiche Menschen ihren Hund frei laufen und mit Artgenossen spielen lassen können. Das sogenannte “Spiel“ artet jedoch oft in Jagen und Mobben aus, ohne dass die Halter dies wirklich erkennen.

Meistens sehen die Halter dem Treiben nichtsahnend zu und sonnen sich in dem angenehmen Gefühl, ihrem Hund gerade -im Bezug auf seine Sozialisation- etwas richtig Gutes zu tun. Aber weit gefehlt…

Der Satz ,,Das machen die schon unter sich aus!“ ist das größte und weit verbreitetste Missverständnis unter Hundebesitzern.

Rufen wir uns ins Gedächtnis: Der Hund legt sein ganzes Leben scheinbar bedingungslos in unsere Hände. Zu Recht erwartet er dafür von uns Führung, Schutz und Sicherheit.

Darum ist es ein Unding, wenn wir z.B. über seinen Schlafplatz, seine Ernährung oder körperliche Bewegung bestimmen, ihn aber im entscheidenden Moment, wo der Hund unser Eingreifen am Dringendsten benötigt, im Stich zu lassen. Vernachlässigen wir unsere Verpflichtung, dem Hund Führung, Schutz und Sicherheit zu geben, ist er auf sich allein gestellt. Die daraus resultierenden Folgen sind vielfältig. Es kann passieren dass wir unbewusst unseren Hund zum notorischen Raufbold und Täter oder zum Mobbingopfer formen. Die vertraute Beziehung zwischen Hund und Halter leidet jedenfalls immer massiv darunter. 

Beobachtet man, was auf Hundewiesen oder in Spielgruppen so alles passiert, lässt sich wohl erahnen, welche gravierenden Traumatisierungen manche Hunde davontragen werden. Damit haben die Besitzer dann lebenslang zu kämpfen. Fatal ist allerdings, dass es niemand auch nur ahnt, sich und vor allem dem leittragendem Hund, die Suppe selbst eingebrockt zu haben.

In unserer Freilaufgruppe bieten wir im „kontrollierten Freilauf“ die Möglichkeit, ihren Hund im Kontakt mit anderen Hunden zu beobachten und im richtigen Moment einzugreifen, bevor die Stimmung kippt. Das Erkennen der Gruppendynamik und erst recht das gezielte Herstellen von Ruhe will geübt sein.

Auf dem Platz befinden sich zwischen 2 und 6 Hunde gleichzeitig, damit bleibt der Überblick gewährleistet, das Geschehen zu filmen und hinterher zu analysieren sowie zu besprechen. So schulen wir die Halter in der Fähigkeit zur Beobachtung der Körpersprache des Hundes, sowie der Interaktion zwischen Mensch und Hund und Hund und Hund.

Es geht beim Freilauf nicht um Grunderziehung oder das ein üben und befolgen von Grundkommandos, obwohl natürlich auch hier das Abrufen unter Ablenkung trainiert werden kann. Beim Freilauf geht es um andere Dinge…

Wenn ein Hund zur Welt kommt, besitzt er nicht automatisch ein gutes Sozialverhalten, sondern die Anlage, Sozialverhalten erlernen zu können. Kommt er in die Pubertät, ist nicht mehr jeder Artgenosse ein Spielkammerad. Es wird z.B. imponiert, gedroht, angegriffen oder abgehauen, kurz: das ganze Repertoire gezeigt. „Lass mich in Ruhe“ darf er natürlich sagen, nur darf er aber nicht mobben und keine übertriebene Aggressivität an den Tag legen. Jeder Hund sollte immer ansprechbar und kontrollierbar sein.

Falsch wäre es, den Hund in Watte zu packen. Selbstverständlich darf der Hund in freier Interaktion mit Artgenossen schon mal zurechtgewiesen werden sowie gestresst oder frustriert sein. Das jedoch nur soweit, wie seine eigenen Strategien zur Bewältigung von Stress und Frust ausreichen. Wir helfen gern, die Situation zu beurteilen und zu erkennen, wann der Hund unsere Unterstützung benötigt und wann er seine Erfahrungen ruhig machen kann. Ebenso achten und weisen wir darauf hin, wenn ein Hund gerade dabei ist zum Mobbingopfer zu werden oder gegensätzlich einen Artgenossen unterpflügt oder in aggressiver Weise angeht.

Denn:  besser gut sozialisiert als traumatisiert !

   

Kurse + Übungszeiten  

Sobald die Mindestteilnehmerzahl von 5 Teilnehmern erreicht ist, führen wir in den Bereichen der Basisausbildung sowie in den angegebenen Sportar- ten Kurse durch, die jeweils 4 Monate dauern. Sprechen Sie uns an. Die Rufnummern der Übungsleiter finden Sie im Menü "Kontakt".


 

 

   
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